Haltungs- und Erfahrungsbericht 

Hakennasennattern sind eher kleinbleibende, einfach zu haltende Schlangen, ohne große Ansprüche, aber mit einigen, fast schon divenhaften Angewohnheiten. Wenn man sich nicht von ihrem Fauchen und Zischen, den Scheinangriffen und dem kobragleichem Aufstellen beeindrucken läßt, sind diese faszinierenden Tiere angenehm zu händeln.

Die Behältergröße sollte entsprechend der Schlangengröße gewählt werden, denn Hakennasen fühlen sich in zu großen Behausungen unsicher und stellen dann teilweise das Fressen ein.
Aus diesem Grund benutzen wir für Jungtiere Boxen von 17 x 10 x 7 cm Größe, für Subadulte und die meisten adulten Männchen (denn diese bleiben eher klein) 39 x 28 x 14 cm und für Weibchen (die übrigens bis zu 90cm lang werden können) 50 x 80 x 50 cm große Behausungen. Ausgestattet wird das Ganze mit 3 - 5 cm Aspeneinstreu, 1 Wassergefäß und einem Versteck. Ab der Subadultgröße stellen wir noch eine "Wettbox" mit hinein. Das ist eine, bis auf eine kleine Öffnung, verschlossene Büchse, die mit feuchtem Sphagnummoos befüllt ist. Diese Boxen haben sich nicht nur für eine problemlosere Häutung und zur Eiablage bewährt, sondern werden auch sonst regelmäßig von den Tieren aufgesucht.

Am besten gedeihen sie bei Einzelhaltung und einer Umgebungstemperatur
zwischen 28 und 30 °C.

Zur Zucht braucht man nicht nur ein Weibchen von 60cm Länge mit min. 250 g (besser 300g) und ein Männchen mit 30cm und 60g, sondern auch eine 8-12 wöchige Winterruhe. Bevor diese anfängt sollten die Tiere etwa 3 Wochen nicht gefüttert werden, damit es nicht zu tödlichen Fäulnisprozessen im Verdauungstrakt während der Kühlphase kommt.

Nachdem man die Temperaturen wieder langsam hochgefahren und die Tiere kräftig gefüttert hat, bringt man das auserwählte "Liebespaar" für 24 Stunden zusammen. Dies wird mehrmals alle 4-6 Tage wiederhohlt. Die Eientwicklung kann von 3 bis zu 8 Wochen dauern und geht mit einer sichtbaren Umfangsvermehrung der hinteren 40% der Schlange einher. Einige Zeit vor der Eiablage kommt es zu einer "Vor-Eiablage-Häutung". Etwa 5-14 Tage nach dieser Häutung ist mit der Eiablage zu rechnen. Die Gelegegröße kann von 4 bis 25 Eiern variieren, aber uns sind auch Berichte von über 30 Eiern bekannt. Doch das stellt sicherlich eine Ausnahme dar.

Die Eier werden bei 26,5-28,5 °C bebrütet. Zum Inkubieren eignet sich jedes handelsübliche Substrat, wobei wir auf eine bei diversen amerikanischen Großzüchtern erprobte Mischung aus Perlit und Fermiculit schwören. Wenn man nun dem Ganzen noch 1/3 des Gewichtes an Wasser dazu gibt und die oben genannten Temperaturen wallten läßt, sollten nach etwa 40-65 Tagen die kleinen Hakennasen zu sehen sein.

Kurz nach dem Schlupf häuten sich die Jungtiere bereits zum ersten mal. 4-7 Tage nach dieser Häutung sollte man mit dem Füttern beginnen. 90% von ihnen fangen problemlos an aufgetaute Pinkys zu fressen. Dazu belassen wir die Kleinen mit ihrem Futter in einer kleinen (etwa Heimchendosengröße), bis auf den transparenten Deckel, blickdichten Dose. Hier können sie sich vom frühen Nachmittag bis zum nächsten Morgen zum Verspeisen zeitlassen.

Die restlichen 10% brauchen noch etwas Zeit oder "Unterstützung". Und genau DAS ist der schwierigste und nervenaufreibenste Teil. Aber mit Geduld ist auch dieses bei Heterodon übliche Verhalten zu überstehen. Wenn es nach 4 Versuchen, wobei diese ca. 4 Tage auseinander liegen sollten, noch zu keiner erfolgreichen Fütterung gekommen ist, muß man einige Tricks versuchen. In fast allen Problemfällen hat es sich bewährt das Trinkgefäß für einige Tage zu entfernen und den Pinky bei der Fütterung mit frischem Wasser zu befeuchten. Eine andere Möglichkeit ist das "Verwittern" des Pinky mit Hänchenfleisch oder Wasser aus der Tunfischbüchse. Leider, bzw zum Glück, fehlt uns damit die Erfahrung, denn damit mußten und möchten wir erst gar nicht anfangen.

BITTE BEACHTET, DAß DIE FUTTERVERWEIGERUNG EINE NATÜRLICHE VERHALTENSWEISE IST. BESONDERS WÄHREND DER WINTERMONATE (AUCH OHNE WINTERRUHE) UND BEI STANDORTWECHSEL IST DIES EINE TYPISCHE REAKTION VON HETERODON. NUR GEDULD!

Ich hoffe der Erfahrungsbericht hilft euch weiter.
Raimo Hühn


Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit und übernehme auch keine Gewähr für die Angaben in diesem Haltungs- und Zuchtbericht. Die dort angegebenen Temperatur- und Zeitdaten spiegeln die eigenen Erfahrungen wieder. Es besteht kein Haftungsanspruch bei möglichem Schaden oder Verlust durch das Übernehmen dieser Werte.